Die stattliche Herbermühle mit ihrem zweigeteilten Wohnhaus ist die 8. der 15 Mühlen an dem einmaligen Mühlenbach am Ostrand des Rieses. Sie gehört wie die Nachbarmühlen zur karolingischen Hofmark Gosheim, die 793 per Schenkung an das Bistum Freising übergegangen ist. Zur Getreidemühle (bis 1905) gehörte im 19. Jh. ein Kollergang zur Farbsteinvermahlung und seit alters (bis 1970) eine Säge. Während ein Teil des Wohnhauses bereits renoviert wurde, werden nun in der zweiten Hälfte Ferienwohnungen enstehen.
Um die Mühle errichten zu können, war ein künstlicher Kanal nötig, der das gute Gefälle des südlich ausweichenden Grabens schon nach etwa einem Viertel von dessen Strecke gewinnt und nutzen kann. Die Besonderheit ist hier schon vor 1810 eine zusätzliche Sägemühle, die wegen des guten Gefälles oder besserer Wasserverhältnisse zu betreiben war.
Die grundherrschaftlichen Umstände waren dieselben wie in den anderen Mühlen an der Schwalb, nämlich daß dank der alten Zugehörigkeit zur Hofmark Gosheim die Herbermühle dem Seminar in Neuburg zustand und dorthin mit Getreidereichnissen, Grosszehnt und Besitzwechselgebühren verpflichtet war. Der geschätzte Wert des ganzen Mühlgutes übertraf 1804 mit 7.800 fl. den Ansatz der Pflegermühle noch einmal - wie überhaupt bachabwärts der Wert der Mühlen zunahm.
Johannes Mayr, der 1810 die amtliche Besitzfassion leistete und dabei auch seine Übernahme von 1804 bestätigte, muß dann gestorben oder weggezogen sein; denn ein gutes Jahr später heiratete ein Blasius Zinsmeister auf die Mühle, und zwar eine Witwe Walburga. Zinsmeister, der 1830 als Herbermüller für das Liquidationsprotokoll zur Verfügung stand, scheint einen Mahlgang als “Farbenmühle” betrieben zu haben, also wohl eine Vermahlung von Farbstein - wie dann nach ihm Anton Wieland.
Ab 1885 gehörte das Mühlgut in 4 Generationen der Familie Haußner. Der Mahlbetrieb wurde aber schon 1905 eingestellt, die Sägemühle 1970. Damals erfolgte auch die Verpachtung der Landwirtschaft.
Das idyllisch gelegene Mühlgebäude steht noch und wird von seiner heutigen Besitzerin, Hanne Strobel, in mühsamer Kleinarbeit zu neuem Leben erweckt.
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